Im „wee“-Universum des Präsidenten und Visionärs Cengiz Ehliz kommt mit „weeSports“ eine neue Vision auf. Ehliz möchte wieder mal etwas revolutionieren. Das versuchte er früher schon mit IQ Concept, mit FlexCom/FlexKom und mit WeeConomy. Dann kam „wee“. Diesmal soll die Vermarktung im internationalen Sport „wee“ zum Durchbruch verhelfen.

Im breiten Einzelhandel kam „wee“ bislang noch nicht an. Allein im Raum München oder in Bad Tölz, der oberbayerischen Heimat des Cengiz Ehliz, scheinen einzelne Akzeptanzstellen die aufwendige PR für „wee“ zu rechtfertigen. Ob sich daraus nachhaltige Einnahmen oder gar ein passives Einkommen für Lizenznehmer in der Breite ergeben kann, ist für mich immer noch fraglich.

Mit einer weiteren „weltverändernden Idee“ möchte das „wee“-Universum nun für neue und alte Lizenznehmer punkten. Alles bisher Dagewesene soll jetzt global mit den Sportstadien der Welt vernetzt werden. Cengiz Ehliz spricht in der auch durch Pressesprecher Tilmann Meuser verbreiteten Werbung von 5 Milliarden potentiellen Verbrauchern weltweit.

Die Idee scheint so prägend für „wee“, dass eigens eine neue Aktiengesellschaft gegründet wurde – die weeSports & Entertainment AG.

Hierin könnte sich sicher auch eine positive Nachricht für alle „wee“-Aktionäre verbergen, falls sie denn ihre Anteile an der Swiss Fintec Invest AG bereits ausgeliefert bekamen. Grund genug einen Blick nach Paris auf die Euronext zu werfen. Dort wird die Swiss Fintec Invest-Aktie gehandelt. Hat die Revolution auf dem Sportmarkt die Aktie nun zum Explodieren gebracht? – Leider dürfen sich die Aktionäre sehr enttäuscht fühlen:

https://www.euronext.com/en/products/equities/CH0309050059-XMLI?fbclid=IwAR1l5eEBMNzVZlMHpjRN9fGDlXQi8UYEI9e-gQDjh_ahTGvNkyEScjy5G9s

Ganz unauffällig findet sich in der Nachrichtenrubrik die Information über das „Delisting“ der Swiss Fintec Invest AG von der Börse. Die Aktie, die auch schon mal als „wee.com-Aktie“ gehandelt wurde, wird aufgrund von Verstößen gegen die Börsenregularien von der Börse ausgestoßen und mit finaler Wirkung zum 25.06.2019 vom Kurszettel genommen. Rudolf Engelsberger, früherer enger Vertrauter von Cengiz Ehliz, sagt: „Erst wurden Aktien der weeCONOMY Group AG offeriert. Diese AG sollte ja an die Börse gehen. Dann wurde auf Roadshows ein Wechsel auf diese Aktien für Friends & Family durchgezogen. Diese wurden aber sehr oft bis heute nicht in die Depots übertragen. Und jetzt sollen Investoren in den Token des ICO wechseln und die Aktie wird an der Börse delistet.“

Soll das Chaos an der Börse mit neuen Jubelmeldungen für „wee“ vertuscht werden?

Und soll der Fokus auf den Sport von den Geschehnissen in Paris ablenken? Das Delisting ist ein Vorgang, durch den die Aktie dauerhaft vom Handel im regulierten Markt entfernt wird. Dadurch wird die Notierung an der Börse eingestellt – das Unternehmen verschwindet einfach vom Kurszettel. Das hat zur Folge, dass Anteilseigner keine Möglichkeit mehr haben, ihre Aktien über die Börse zu verkaufen. Es sei denn, die SWISS Fintec Invest AG fände einen überraschenden Ausweg. Der innere Wert der „wee“ bzw. Swiss Fintec Invest AG „Wertpapiere“ dürfte kaum noch objektiv zu ermitteln sein. Stand 29.04.2019 notierte die Aktie noch bei 0,25 Euro – bei 120 Aktien (MTM-Paket) wären das 30 Euro.

Unsere Recherchen haben ergeben, dass das Delisting auf Initiative der Pariser Euronext selbst erfolgt ist. Grund sei eine Entscheidung der Euronext in Anwendung der Artikel 5.2.9 und 5.2.10 des Euronext-Zugangsregelwerks. Die erste Regelung bietet Euronext in den Fällen die Möglichkeit des Delistings, in denen nach der Ansicht von Euronext, Tatsachen oder Entwicklungen in Bezug auf ein Wertpapier auftreten, die die weitere Notierung dieses Wertpapiers verhindern oder die dazu führen, dass Euronext der Ansicht ist, dass ein fairer, geordneter und effizienter Markt für ein Wertpapier nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die zweite Regelung findet Anwendung, wenn Tatsachen oder Entwicklungen bei dem das Wertpapier ausgebenden Unternehmen eintreten, die nach Ansicht von Euronext das Ansehen von Euronext insgesamt schwer beeinträchtigen.

Da sich die Euronext auf beide Regelungen bezieht, erscheint das Image von „wee“, bzw. der Swiss Fintec Invest AG am Markt schwer angeschlagen zu sein. Das dürfte die Aktionäre doch sehr erschrecken.

Es macht den Anschein, dass das Delisting nicht nur Probleme für die Aktionäre zur Folge hat, sondern darüber hinaus auch öffentlich relevant ist. Viele Aktionäre fühlten sich schon vor dem Delisting enttäuscht, da die Aktie sich bei einem deutlich niedrigeren Wert eingependelt hat als ursprünglich prognostiziert. Durch den Ausbau des „wee“-Marktplatzes sollte der Wert der „wee“-Aktie doch enorm steigen und die Aktionäre an dem Erfolg von Ehliz‘-Visionen zusätzlich partizipieren.

Swiss Fintec Invest – Aktie ein toxisches Wertpapier?

Nun sprechen Finanzexperten in solchen Konstellationen, in denen Wertpapiere ihrer eigentlichen Bewertung nicht gerecht werden, von toxischen Wertpapieren. Eine solche Bewertung würde ich mir nicht erlauben.

Hat Cengiz Ehliz etwas geahnt?

Zum Abschluss des Jahres 2018 verkündete Cengiz Ehliz via Youtube und via MPM Group mit einem Schreiben wieder mal eine „geniale Idee“.

Die Auslieferung von Aktien sei eine „riesen Aktion“ und mit Kosten verbunden, weil die Banken „noch nicht soweit seien“. Deshalb würde nun die Möglichkeit geboten, die 90 Millionen Incentive Aktien, die mit den MTM Paketen ausgeschüttet wurden, gegen ICO-Token zu tauschen. In dem oben genannten Video wird den Aktionären eine sehr interessante Rechnung aufgemacht – wer mit seinen 120 Aktien an dem Umtausch teilnimmt, bekommt 12.000 „wee-token“, die dann womöglich 12.000 Euro wert sein sollen. Ich wage zu bezweifeln, dass diese Kapitalmehrung auch nur annähernd realistisch ist.

Vielmehr könnte man auf die Idee kommen, Visionär und Präsident Cengiz Ehliz und seine „Siegelring-Bruderschaft“ hätten bereits zu diesem Zeitpunkt von den Problemen an der Pariser Börse gewusst oder geahnt und wollten mit dieser Umtausch-Aktion den Frust ihrer Anleger abwenden.

Sollen durch Tilmann Meuser und Kollegen alte Spuren verwischt werden?

Seit rund einem Jahrzehnt verfolgt Cengiz Ehliz seine Vision unter verschiedenen Namen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Unternehmung ihre Firma – den Namen, unter dem sie ihre Geschäfte betreibt – im Laufe der Zeit mal ändert. Wer aber alle Geschehnisse rund um Cengiz Ehliz und dessen Visionen genau verfolgt, muss sich fragen, ob die regelmäßige Umfirmierung nicht vielleicht doch dem Zweck dient, erfolglosen Ballast von sich zu werfen und den Verbrauchern stets etwas Neues und scheinbar Unbelastetes vorzusetzen. Damit verbunden ist natürlich auch enttäuschte Partner hinter sich zu lassen. Eine CFK Invest AG wird weeCONOMY AG. Eine FlexCom Group AG wird zur weeconomy Group AG. FlexCom International AG zieht um nach Luxemburg und das gesamte Backoffice der Vertriebler gleich mit. Dann verschwindet die Gesellschaft in der öffentlichen Wahrnehmung einfach und ist nur noch in einigen Internetlinks sichtbar geblieben. Ob die MPM in dem Fall Rechtsnachfolgerin dieser Gesellschaft ist oder nicht, ist kaum ersichtlich. Das Schweizer Handelsregister sagt, sie säße nun in Luxemburg, das Luxemburger Handelsregister verweist noch auf die Schweiz. Das alles wirft für die Lizenznehmer und Investoren von „wee“ Fragen auf. Wer ist Ansprechpartner? Wer ist Klagegegner?

Nun in den Zeiten der erwarteten „Vollbank Lizenz“ (Originalton von Cengiz Ehliz) und des großen ICO verschwimmen die Akteure der „wee“ und der COOINX S.A. scheinbar vollkommen. Wie bereits berichtet, werden MLM Pakete nun über die COOINX S.A. um Michael Scheibe vertrieben. Dieselben „Country Manager“ und „Siegelring-Träger“ finden sich hier und dort. Aktien sollen gegen „wee-token“ getauscht werden.

Lieber Cengiz Ehliz, lieber Michael Scheibe, lieber Tilman Meuser, vollzieht sich hier gerade eine Metamorphose?